W-01-17 Basiskurs Schulternetzwerk Teil 1 und Teil 2

Inhalt

SND-Protokoll bei unspezifischen und mildspezifischen Schulterschmerzen. Während der Weiterbildung wird das klinische Überlegen anhand der 8 Schritte der KNGF Richtlinie Patientendokumenten aus 2011 erläutert. Bei den ersten 5 Schritten werden das Common Sense Modell und die von Egmond und Schuitemaker bekannten Metaphern und Reduktionstests eine wichtige Rolle spielen. Bei der konservativen Behandlung (Voraussetzungen schaffen für normales Bewegen, Begleiten, Aktivieren von intrinsischen Kompensationsmechanismen, aktives Üben und Trainieren) werden die Behandlung der Wirbelsäule, Algorithmus der Manuellen Therapie, Skapuladyskinesie, Schulterinstabilität, die Verwendung von Klinimetrie und aktives exzentrisches Bewegen viel Aufmerksamkeit bekommen. Aktuelle – mit Fachärzten geteilten – Einsichten hinsichtlich eines konservativen Behandlungsplans bei unspezifischen Schulterschmerzen werden laut multidisziplinärer Richtlinie SAPS dargestellt. So entsteht eine hervorragende und immer mehr geschätzte Alternative für rigorose Akromionplastiken, Kapselraffungen und Cortison-Infiltrationen. Die praktischen Kursteile werden von den Dozenten „live“ demonstriert. Außerdem können diese auf Video nachgeschaut werden.

Referenten

Dick Egmond und Ruud Schuitemaker

Der Dozent Dick Egmond ist im Vorstand des Schulternetzwerkes Deutschland e.V. Ruud Schuitemaker ist Mitglied der Expertenkommission Frozen Shoulder des Schulternetzwerkes Niederlande. Beide haben ca. 1000 PhysiotherapeutInnen zu Schulterspezialisten geschult. Sie sind Autoren des Buches „Extremiteiten“, welches in den Niederlanden ein Standardwerk innerhalb der Physiotherapie und Manuellen Therapie ist. 2011 wurde es bei Elsevier in deutscher Sprache übersetzt.

Schulternetzwerk Deutschland (SND)

Unter dem Dach des Schulternetzwerkes Deutschlands (SND) finden sich Physiotherapeuten und Ärzte, die beabsichtigen die medizinische Versorgung von Patienten mit Schulterschmerzen zu optimieren.

Europäisches Schulternetzwerk (EUSSER)

Physiotherapeuten, die Mitglied des Schulternetzwerkes sind, sind automatisch auch Mitglied des europäischen Schulternetzwerkes EUSSER. So erhalten diese Physiotherapeuten die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der internationalen Schulterforschung. Damit dieses Wissen in der täglichen Praxis umgesetzt werden kann, entwickelt das SND ein Protokoll für die Behandlung von Patienten mit unspezifischen und mildspezifischen Schulterschmerzen.

SND-Protokoll bei unspezifischen und mildspezifischen Schulterschmerzen

Unspezifische Schulterschmerzen sind Schulterschmerzen, die nicht direkt mit einem klaren medizinischen Befund oder einer anatomischen Abweichung in Zusammenhang gebracht werden können. Für einen Großteil der Schulterpatienten gilt dieses. Mildspezifische Schulterschmerzen, sind Schulterschmerzen bei denen mittels MRT, Röntgen oder Echographie eine geringe Schädigung nachgewiesen werden kann. Ob ein konservativer Behandlungsansatz hier greifen kann, wird mit der sogenannten 24-Stundenregel überprüft. Das SND-Protokoll unterscheidet drei Protokollprofile, die ihre Grundlage aus folgenden Leitlinien entnommen haben:

  • Multidisziplinäre Richtlinie (Sub Acromiales Pain Syndrom (SAPS) 2012
  • Clinical Practice Guideline (Adhesive Capsulitis) 2013
  • Konsens für Physiotherapie bei Schulterschmerzen 2014
  • SNN Guideline Frozen Shoulder 2016

SND-Protokoll: Innovative Diagnostik anhand der Mustermatrix

Neben den Protokollprofilen wird die Einteilung nach den drei Diagnosegruppen aus der NHG-Richtlinie Schulterbeschwerden (2008) zusammen mit der Triagediagnostik von Waddell kombiniert. Die hieraus entstehende Mustermatrix mit neun Feldern erleichtert die physiotherapeutische Diagnostik im Dienste der konservativen Behandlung ungemein.

SND-Protokoll: Funktionelle Übungen

Funktionelle Bewegungen stehen in der Diagnostik und Therapie nach dem SND-Protokoll zentral. Mit manualtherapeutischen Techniken kann der Physiotherapeut Voraussetzungen für diese Übungen schaffen. Außerdem verstärken gezielte Gespräche zu Themen wie Stress- und Selbstmanagement und unrealistische Krankheitsideen die intrinsische Motivation des Patienten. Auf www.schulternetzwerk.de sind 89 solcher Übungen beschrieben und werden hier als Video für Therapeuten und Patienten dargestellt.

SND-Protokoll: Wissenschaftliche Unterbauung des SND-Protokolls

Internationale Schulterexperten wie Littlewood et al. (Littlewood, 2015) und viele weitere Autoren beschreiben, dass vor allem die Durchführung von einfachen aktiven funktionellen Übungen (zu Hause oder in der Praxis) entscheidend für die Effektivität der Behandlung ist.

  • NHG standaard schouderklachten 2008
  • KNGF richtlijn KANS 2010
  • KNGF Evidence Statement subacromiale klachten 2011
  • KNGF herziene richtlijn verslaglegging 2011
  • Multidisciplinaire richtlijn SAPS 2012
  • Multidisciplinaire richtlijn KANS 2013
  • KNGF richtlijn Lage rugpijn 2013
  • APTA Clinical practice guidelines adhesive capsulitis 2013
  • SNN Richtlijn Frozen Shoulder 2016

SND-Protokoll: Elektronische Kommunikationsplattform

Das SND entwickelt eine Dokumentations – und Kommunikationsplattform für Patienten, Physiotherapeuten und Ärzte. Auf dieser wird der Verlauf der durchgeführten SND-Protokolle des Patienten, durch PhysiotherapeutInnen dokumentiert und kann von allen Beteiligten ausgewertet werden. Wissenschaftliche Cohortenstudien auf der Grundlage der gesammelten Daten werden folgen

SND und EUSSER präsentieren

SND-Protokoll: Ziel der Weiterbildung

Nach der Weiterbildung sind die theoretischen Hintergründe und praktischen Möglichkeiten einer bestmöglichen konservativen Therapie (Untersuchen, Behandeln, Begleiten) bei Patienten mit unspezifischen und mildspezifischen Schulterschmerzen geläufig (evidenzbasierte Praxis). Der Kursteilnehmer verfügt nach der Weiterbildung über eine solide Basis (und hoffentlich Inspiration!), um als Schulterspezialist innerhalb eines lokalen Schulternetzwerkes des Schulternetzwerkes Deutschland (SND) zu partizipieren.

SND-Protokoll: Zielgruppe

Der Kurs ist für Physiotherapeuten, Manualtherapeuten und Sportphysiotherapeuten geeignet. Sie gewinnen einen Einblick in die Vorgehensweise der OMT (Orthopädische Manuelle Therapie)

Studienbelastung

6 Stunden Vorbereitung und 28 UE Unterricht.

Anfangsniveau

Physiotherapeut

Weiterbildungsmaterial

  • Script
  • Multimedia (Text, Bilder, Video, interaktiv) Präsentation
  • Artikel, Hintergrundinformationen und Handouts können Sie downloaden.
  • Buch Extremitäten, ICF-basierte Manuelle Therapie

Tagungsort

Dorfstraße 18, 38442 Wolfsburg

Start

06.12.2017, 11:00 Uhr

Ende

09.12.2017, 17:30 Uhr

Ort

Wolfsburg

Leiter

Dick Egmond

Preis für Mitglieder

495,00 Euro

Preis für Nichtmitglieder

695,00 Euro

Freie Plätze

16

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